13
Okt

Was versteht man unter Belletristik?

belletristikDie schöngeistige Literatur der Moderne

Belletristik stammt aus dem französischen, und wurde über belles letres abgeleitet. Es bedeutet soviel wie schöne Literatur, und stammt aus dem französischen Buchmarkt des 17. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Texte oder auch nichtfiktionale Literatur stehen der Belletristik gegenüber. Die Belletristik grenzt sich dabei nicht nur von wissenschaftlichen Werken, sondern auch von der Volkstümlichen Dichtung ab. Belletristik selbst richtete sich an die gebildete Schicht der Leserschaft und war früher sehr teuer. Die Werke waren nicht nur komplexer verfasst, sondern auch aufwendig in ihrer Gestaltung. Besondere Merkmale hierfür sind nicht nur allegorische Verdichtungen, sondern auch der kunstvolle Schreibstil, der mit vielen Anspielung unterlegt wurde. Während sich bei den Volksbüchern oft fiktionales mit dem persönlichen vermischte, blieb die Belletristik nur fiktional. Sie zählt damit zur Schönliteratur, die sich durch ihre besonderen Merkmale von der Sachliteratur unterschied.


Unterhaltende Belletristik rief auch Kritiker auf den Plan

Das liegt daran, dass die Textre nicht nur unterhaltend und schön sein sollten, sondern auch Ernsthaftigkeit vermitteln sollten. Dem Leser sollte nicht nur Vergnügen bereitet werden, sondern auch Bildung zu Teil werden. Aus diesem Grund ist die Belletristik auch in der heutigen Zeit teils negativ behaftet, erfreut sich aber unter der Leserschaft allergrößter Beliebtheit. Goethe zählte dabei zu den ersten Dichtern, die an dieser Ernsthaftigkeit festhielten. Er belegte dies in den Texten seiner Romanfigur “Werther”. So entstand das Empfinden, dass sich die Belletristik nur mit der Unterhaltung befasst und sich von der ernsthaften Literatur abwandte.

In der heutigen Zeit wird im Buchhandel alles unter Belletristik gezählt, was nicht der Wissenschaft zugeordnet werden kann oder zu den nichtfiktionalen Texten zählt. Dabei macht die Belletristik im Verkauf mehr als die Hälfte aller gezählten Werke aus. Kinderbücher zählen jedoch nicht unter diesen Begriff, obwohl sie alle Bedingungen erfüllen. Zur Zeit der ersten Nennung, welche auf das 18. Jahrhundert zurückreicht, fiel unter den Begriff Belletristik zunächst Poesie, Klassiker und Journale der Antike sowie Memoires. Später folgte dann auch die Dramatik, Epik und Lyrik. Heute wird der Begriff der schöngeistigen Literatur lediglich im Buchhandel fortgesetzt.

Belletristik und seine schwere Abgrenzung

Da die Übergänge von unterhaltenden und ernsthaften Werken gerade in der heutigen Zeit oft verschwimmen, entschied sich der Buchhandel letztlich alle Texte die weder nichtfiktional noch wissenschaftlich sind unter dem Begriff Belletristik zu führen.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Schlagwörter: